Wanderlager Ungarn

Veröffentlicht am: 20.09.2022|Kategorien: Aktuelles, Veranstaltung|Lesezeit: 6,9 min|

Wanderlager Ungarn

Am 14.08.2022 war es so weit- 30 KJBler trafen sich im Priorat St. Pius X. in München, um in einen Bus zu steigen. Ihr Ziel? Die Ungarischen Lande erkunden und dabei viele Abenteuer erleben. Bei einem ungeplanten, längeren Aufenthalt in Wien bekamen die Teilnehmer die Möglichkeit, eine Messe in der schönen Minoritenkirche zu feiern und auch von Wien selbst einen raschen Eindruck zu erhaschen, bevor unsere Reise weiter Richtung Ziel ging.

Schließlich erreichten wir den Bahnhof in Györ, von wo sich 3 Gruppen aufteilten und loszogen. Bei über 30°C suchte die erste Gruppe die Woche über erfolglos nach einem See, bei dem das Baden erlaubt sein könnte. Dabei erkundeten sie Orte, wie Oroszlány, Vérteskozma und Szar. Ihre ersten Tage waren geprägt von unglaublich herzlicher Gastfreundschaft, den einen oder anderen selbstgebrannten Schnaps und jede Nacht einem gemütlichen Platz zum Schlafen. Die zweite Gruppe versuchte hingegen ihr Glück am Donauknie. Selbstverständlich bot es sich bei der Hitze an, jeden Tag die Chance zum Baden zu ergreifen und am Flussufer zu schlafen. Ihr weiterer Weg führte sie durch Visegrád und Esztergom. Dort lässt sich im Übrigen eine wunderschöne Basilika finden! Wer einmal Aachen auf Ungarisch erleben möchte, sollte unbedingt Szabadbattyán besuchen. Genau das hat sich auch die dritte Gruppe gedacht und die Chance ergriffen. Nach einigen weiteren Orten, leckerem Gulasch mit Feuerwehrmännern und einem Rosenkranz gemeinsam mit Bürgermeister beendeten sie ihre Woche mit einer Runde Mitternachtsschwimmen im Balaton.

Freitagmittag erreichten alle müden Gruppen die gemeinsame Unterkunft für das Wochenende in Budapest. Während die Mädchen sich einen gemütlichen Tag mit Vorträgen, Spielen und anregenden Gesprächen machten, verbrachten die Jungs eine verregnete Zeit am Wasser mit sportlichen Aktivitäten und einer darauffolgenden, nassen Nacht im Wald, geschützt durch Planen. Am Abend darauf fuhren alle gemeinsam in die Innenstadt, um Europas größtes Feuerwerk zu erleben. Dass es wegen des schlechten Wetters an diesem Tag leider ausfiel, wusste bis dahin niemand. Nichtsdestotrotz wurde stattdessen frohen Mutes eine abendliche Schifffahrt auf der Donau unternommen.

Aufgrund zweier Krankheitsfälle blieb die erste Gruppe noch einen weiteren Tag in Budapest und erkundeten die dortigen Sehenswürdigkeiten. Die restlichen Tage der Woche verbrachten sie unter anderem bei einem Priester, dem sie bei der Gartenarbeit halfen und am Nachmittag die bergige Umgegend erkundeten. Die zweite Gruppe setzte ihren Marsch Richtung Norden fort. Dort besichtigten sie die weite, grüne Hügellandschaft nahe der Slowakei, welche sie mit einem Sprung hätten betreten können. Um dem aufkommenden Abenteuerdrang nachzugeben, wurde schließlich eine spannende Nachtwanderung unternommen. Die Schlafplätze waren gesichert: In Seniorenclub und Pfarreien fand sich immer ein Plätzchen. Die dritte Gruppe kam bedauerlicherweise nicht völlig heil aus der ersten Woche heraus. Leichte Fußverletzungen waren zu beklagen und so entschied sie sich daraufhin dem Wandern für einige Zeit den Rücken zu kehren und ihren Weg per Kanutour auf der Tissa fortzusetzen. Auch sie erlebten in der zweiten Woche übermäßige Großzügigkeit von Seiten eines Bürgermeisters, der ihnen gleich 4 Mahlzeiten und einen Shuttlebus zum Wasser spendierte, von wo aus sie ihr Wasserabenteuer fortsetzen konnten.

Das nächste Wochenende fand in einer Herberge mit anliegender, brandneuer Kirche statt, in der sie die erste Messe feiern durften. Mit Sport, Spielen, gemütlichem Beisammensein ums Lagerfeuer und letztendlicher geistiger Fortbildung durch Diskussionsrunden gingen auch diese Tage schnell vorüber. Mit einem leichten Wehmut trennten sich die jungen Leute erneut. Uns war klar, dass nun die letzten Tage angebrochen waren.

Die finale Woche verbrachte die erste Gruppe im Mátra-Gebirge auf steilen, aber magisch wirkenden Waldpfaden mit kleinen Bachläufen und grün, wohin man schaute. Die zweite Gruppe ließ das Lager in den schönen Weinbergen östlich von Eger ausklingen. Die Zeit verbrachten sie mit dem Schwingen an Lianen im ungarischen Dschungel und dem Schlafen im Schlossgarten. Die dritte Gruppe wanderte einen See in Vppony entlang, machte eine kurze Bergtour und trat schließlich den letzten Weg zum Zielort an.

Letztendlich trafen alle im Szentlélek Turistapark ein, wo wir in Jurten schlafen konnten und die letzte gemeinsame Zeit in Ungarn verbrachten. Nachdem mit lustigen Spielen, amüsanten Gedichten und selbstgeschriebenen Liedern die jeweilig erlebten Abenteuer vorgestellt und ausgewertet wurden, fuhren wir am nächsten Tag per Bus zurück nach München, wo das Wanderlager Ungarn 2022 schließlich sein Ende fand.

Schon bevor der Bus aus Ungarn gefahren war, blickten viele Teilnehmer wehmütig auf die letzten Wochen zurück. Ungarn ist eine einzigartige Erinnerung geworden, bei der man viele neue Freunde, eine einzigartige Kultur und unendlich gütige Gastfreundschaft kennenlernen durfte. Ich glaube jeder von den Teilnehmern wird von sich behaupten können, dass das Erlebte sie mindestens ein Stück weit im Glauben gestärkt und ihnen Mut für die Zukunft gegeben hat. Mögen auch künftige Wanderlager ein solch großartiger Erfolg sein!

Elisabeth Bandur

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Gruppenfoto auf BrückeMountainbike Lager